Trotz des am 1.5.2015 in Kraft getretenen „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ bleibt Unternehmensführung in Deutschland weiterhin in Männerhand. Dies belegt das aktuelle Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Wie das DIW ermittelt hat, beträgt der Frauenanteil in den 200 umsatzstärksten DAX-Unternehmen in Deutschland lediglich 10,4 Prozent. 2018 lag der Anteil bei 9 Prozent.

Auch bei den größten börsennotierten Unternehmen sowie den Unternehmen mit Bundesbeteiligung stieg der Frauenanteil nur minimal. Insgesamt bleiben Frauen in den Vorstandsetagen weiterhin eine kleine Minderheit. Die Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics des DIW sieht denn auch keine Anzeichen eines generellen Umdenkungsprozesses in den Vorstandsetagen. Die CDA teilt diese Einschätzung. Sie fordert deshalb die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote von 30 Prozent für Unternehmensvorstände. Für Aufsichtsräte gibt es eine entsprechende Quote bereits seit 2015.

Weiterhin hält es die CDA für notwendig, dass auch die öffentliche Hand, dort wo sie Einfluss auf die Besetzung von Führungspositionen in Unternehmen hat, diesen verstärkt nutzt, um mehr Frauen zu Managementfunktionen zu verhelfen. Für die CDA ist es unverständlich, dass auch für Unternehmen mit staatlicher Beteiligung hinsichtlich der Zusammensetzung der Führungs- und Aufsichtsgremien ähnliche Strukturen gelten, wie für die Privatwirtschaft. Sie sieht hierin einen Beleg dafür, dass allein mit Appellen und freiwilligen Selbstverpflichtungen keine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungsfunktionen der Wirtschaft zu erreichen ist.

Heike Menz, Vorsitzende des CDA-Landesverbandes Bremen: „Ohne Frauenquote geht es nicht, wie der Anstieg des Frauenanteils in den Aufsichtsräten eindrucksvoll belegt. In den Aufsichtsräten der 200 Top-Unternehmen, für die eine verbindliche Frauenquote gesetzlich vorgeschrieben wurde, beträgt der Frauenanteil mittlerweile fast 34 Prozent gegenüber 21,6 Prozent in den Unternehmen, die nicht unter die Quotenregelung fallen. Die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit einer gesetzlichen Frauenquote wird damit durch das aktuelle Managerinnen-Barometer des DIW erneut bestätigt.“

Das es verbindlicher Quoten und zur Durchsetzung dieser Quoten auch der Sanktionsmechanismen bedarf, belegen auch Daten des European Instituts für Gender Equality, die zeigen, dass der Frauenanteil in den Chefetagen in den eu-ropäischen Ländern mit Frauenquote und harten Sanktionsmöglichkeiten auf knapp 40 Prozent gesteigert werden konnte. Spitzenreiter bei den Frauen in Führungspositionen ist Norwegen, wo seit Einführung einer Frauenquote im Jahre 2003 der Frauenanteil in Führungspositionen börsennotierter Unternehmen und Unternehmen im Staatsbesitz auf 41 Prozent gesteigert werden konnte.

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