Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft im Lande Bremen (CDA) trauert um den gestern im Alter von 84 Jahren verstorbenen Norbert Blüm.

Der vormalige Hauptgeschäftsführer und Bundesvorsitzende der CDA und langjährige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung hat die CDA wie kaum ein anderer Politiker vor und nach ihm geprägt. Er war Vordenker und Motor der CDA und hat die Sozial- und Gesellschaftspolitik der CDU und der von ihr geführten Bundesregierungen entscheidend geprägt. Themen wie „Hu­manisierung am Arbeitsplatz“, „Neue Soziale Frage“, „Erziehungsgeld“ und „Pflegeversicherung sind untrennbar mit dem Namen Norbert Blüm verbun­den. Mit der Einführung der Sozialen Pflegeversicherung 1994 ist es Norbert Blüm gelungen, einen neuen Zweig in der seinerzeit bereits mehr als 100 Jah­re alten gesetzlichen Sozialversicherung zu etablieren und sich damit einen Eh­renplatz in der deutschen Sozialgeschichte zu sichern.

Innerhalb der CDA ist der Name Norbert Blüm auch untrennbar mit dem 1986 gegründeten Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) verbunden, der Bil­dungs- und Tagesstätte der Christlich-Sozialen am Rhein.

Obwohl Bremen und Bremerhaven nie zu den Hochburgen der CDA zählten, hat Norbert Blüm den seinerzeit kleinsten CDA-Landesverband regelmäßig durch Besuche und Wahlkampfeinsätze unterstützt. Peter Rudolph, stellvertre­tender Vorsitzender und Pressesprecher der CDA im Lande Bremen: „Ich habe Norbert Blüm 1976 bei einer Sozialsekretärskonferenz in Königswinter kennen­gelernt. Die CDA residierte damals noch im Adam-Stegerwald-Haus, der frühe­ren Bildungsstätte der christlichen Gewerkschaften. Norbert Blüm war CDA-Hauptgeschäftsführer und ich frischgebackener erster und einziger hauptamtli­cher Bremer Landessozialsekretär (Landesgeschäftsführer). Bereits knapp zwei Jahre später, 1978, konnte ich Norbert Blüm als Referenten einer CDA-Tagung im Deutschen Haus am Bremer Marktplatz begrüßen und 1982 als Gastredner
des CDA-Landestages im Niederdeutschen Theater.1985 stellte sich Norbert Blüm als Bundesminister in einer CDA-Veranstaltung in der Bremischen Bürgerschaft der Diskussion mit Betriebs- und Personalräten.“

„Seine“ Sozialsekretäre haben Norbert Blüm stets besonders am Herzen gele­gen, weil sie wichtige Multiplikatoren der christlichen Soziallehre waren, dem weltanschaulichem Fundament der CDA, und als Gewerkschafter die Betriebs­arbeit von CDA und CDU verantworteten. Innerhalb der CDU als „rote Socken“ verspottet, war es Norbert Blüms CDA, die immer wieder die SPD-Lastigkeit des DGB öffentlich anprangerte und sich gegen die Parteinahme des Gewerk­schaftsbundes für die SPD und deren Kandidaten bei Bundestags- und Land­tagswahlen wehrte. So schrieb Norbert Blüm in seinem 1979 im Verlag Bonn Aktuell erschienen Buch „Gewerkschaften zwischen Allmacht und Ohnmacht“: „Wer es in der Stadt meiner Mai-Kundgebungen mit dem Gewerk­schaftsvorsitzenden verdorben hat, der wandert am besten aus. Im Betrieb, in der Stadt, in der Wohnungsbaugesellschaft bekommt er kein Bein auf dem Bo­den … Vielleicht bekommt sogar die Oma keinen Platz im städtischen Alters­heim“. … Wer wie manche Sozialdemokraten will, daß der DGB sich an den Hals der SPD wirft, der greift ihm nicht unter die Arme, sondern der Einheits­gewerkschaft an die Gurgel.“

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