Die CDA begrüßt die angekündigte Verordnung zur Ausweitung der Beschäftigung im Home-Office. Sie fordert von Unternehmen entsprechend großzügige Home-Office-Regelungen und vom Gesetzgeber schnelle Anpassung der Arbeitsschutzvorschriften.

Die Bundeskanzlerin hat in ihrer Videoschaltkonferenz mit den Regierungschefs der Bundesländer am 19.01.20 u.a. eine weitere Reduzierung von epidemiolo­gisch relevanten Kontakten im beruflichen Bereich beschlossen. „Dazu wird das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Verordnung befristet bis zum 15. März 2021 erlassen, nach der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Beschäftigung im Home-Office ermöglichen muss, sofern die Tätigkeiten dies zulassen.“ Dadurch sollen Kontakte am Arbeitsort, aber auch auf dem Weg zur Arbeit reduziert werden.

Die CDA als Arbeitnehmervereinigung der CDU begrüßt die geplante Verordnung und fordert die Arbeitgeber in Bremen und Bremerhaven zu großzügigen Home-Of­fice-Regelungen für ihre Beschäftigten auf. Sie erwartet, dass die Verordnung so gefasst wird, dass Unternehmen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, nicht einfach pauschal unter Hinweis auf betriebswirtschaftliche Belange verweigern können.

CDA-Sprecher Peter Rudolph: „Die Möglichkeit zur Arbeit im Home-Office kann wesentlich dazu beitragen, Kontakte zu beschränken und damit das Corona-In­fektionsrisiko einzudämmen. Der Arbeitsplatz steht als Infektionsherd an dritter Stelle, wie das Robert-Koch-Institut ermittelt hat. Dem muss Rechnung getra­gen werden. Das mehr Home-Office möglich ist, belegt die Statistik: Nur gut ei­nen Monat nach dem ersten Corona-Lockdown, der am 22.März 2020 in Kraft trat, lag die Homme-Office-Quote in Deutschland bereits bei 27 Prozent – aktuell sind es lediglich 14 Prozent.“

Zur Förderung von Home-Office-Beschäftigung ist nach Auffassung der CDA aber auch der Gesetzgeber zum Handeln aufgefordert. Arbeitnehmer, die im Home-Office arbeiten, bewegen sich zum Teil in einer rechtlichen Grauzone. Dies gilt zum Beispiel für den Unfallversicherungsschutz. Peter Rudolph, der sei­ne Gewerkschaft DHV in der Vertreterversammlung der Verwaltungs-Berufsge­nossenschaft (VBG) vertritt, der größten gesetzlichen Berufsgenossenschaft, mit 1,2 Millionen Mitgliedsunternehmen und rund zehn Millionen Versicherten:
„Bei Unfällen auf dem Weg zur Toilette oder zur Küche besteht im Home-Office kein Unfallversicherungsschutz. Auch wer seine Kinder zur Schule oder in die Kita bringt, um in Ruhe im Home-Office arbeiten zu können, ist bei Wege-Unfäl­len nicht versichert. Auch die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften ist im Home-Office noch nicht ausreichend gewährleistet. Es muss sichergestellt wer­den, dass auch im Home-Office die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben eingehalten werden. Wir treten in diesem Zusammenhang dafür ein, dass in Be­zug auf Home-Office-Beschäftigung die Betriebs- und Personalräte mehr Mit­wirkungs- und Mitbestimmungsrechte erhalten. Es reicht daher nicht, wenn der Gesetzgeber die Arbeitgeber zur Ermöglichung von Home-Office-Beschäftigung verpflichtet. Er muss auch die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen und dies schnellstens.“

Was die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer weiterhin in ihrer Videoschaltkonferenz beschlossen haben, können Sie hier nachlesen:

Beschlüsse der Videoschaltkonferenz vom 19.01.21

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag