In Bremerhaven ist nicht nur das Risiko, in Armut leben zu müssen, bundesweit am größten, die Seestadt weist auch mit 21,67 Prozent die höchste Verschuldungsquo­te von allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland aus. Dies geht aus dem am 14.11.2019 von Creditreform veröffentlichten SchuldnerAtlas 2019 hervor.

Die Schwesterstadt Bremen rangiert mit einer Verschuldungsquote von 12,53 Prozent auf Platz 354.

Mit diesen Negativplätzen weist Bremen von allen Bundesländer mit 14,02 Pro­zent die höchste Verschuldungsquote auf, gefolgt von Berlin und Sachsen-Anhalt, die im Gegensatz zu Bremen Ihre Verschuldungsquoten gegenüber dem Vorjahr jedoch leicht senken konnten. Bundesweit liegt die Verschuldungsquote bei 10 Prozent. Die nied­rigste Verschuldungsquote hat der Freistaat Bayern. Die 20 Kreise und kreisfreien Städ­te in Deutschland mit der geringsten Verschuldungsquote liegen sämtlich in Bayern.

Das Bremen und Bremerhaven wieder einmal im Länder- und Städteranking beson­ders schlecht abschneiden, überrascht die CDA nicht. Peter Rudolph, stellvertreten­der Landesvorsitzender und Pressesprecher der CDA: „SPD und Bündnis 90/Die Grünen, die bereits seit 2007 die Regierungsverantwortung für das kleinste Bun­desland tragen, haben bei der Armutsbekämpfung auf ganzer Linie versagt. Wäh­rend der letzte Senat unter Jens Börnsen die Bekämpfung der Armut zumin­dest noch verbal zur Chefsache erklärt hat, ist seither tote Hose. Der Bekämpfung von Armut und Verschuldung in Bremen und Bremerhaven muss nach Auffas­sung der CDA endlich wieder die Priorität beigemessen werden, die ihr zukom­mt. Des­halb fordert die CDA die Wiedereinsetzung eines Parlamentsausschusses zur Be­kämpfung und Prävention von Armut, wie ihn die CDU bereits 2014 initiiert hatte. Sein besonderes Augenmerk sollte der neu einzusetzende Ausschuss auf die Be­kämpfung von Altersarmut und Altersverschuldung legen. Der vom neuen Schuld­nerAtlas bestätigte Doppeltrend zu Altersarmut und Altersüberschuldung ist er­schreckend und besorgniserregend.“

Die CDA verweist darauf, das laut SchuldnerAtlas bei den 60 bis 69-Jährigen die Zahl der Überschuldeten gegenüber dem Vorjahr um 15,3 Prozent gestiegen ist und bei den über 70-Jährigen sogar um fast 45 Prozent. Rudolph: “Der sprunghaf­te An­stieg der Überschuldung Älterer ist sicherlich die Folge der Zunahme prekärer Be­schäftigung in den letzten Jahren, dem rasanten Anstieg der Mieten in den Bal­lungsräumen sowie der sukzessiven Absenkung des Rentenniveaus. Tatsache ist, dass jede zweite Altersrente in Deutschland unter 800 Euro liegt und viele Senio­ren daher hinzuverdienen müssen und mittlerweile die größte Gruppe unter den Mi­ni-Jobbern bilden. Es ist daher überfällig, dass sich die große Koalition nach lan­gem Gezerre endlich auf einen Kompromiss für eine Grundrente verständigt hat. Die Grundrente wird rund 1,5 Millionen Beschäftigten zugutekommen, die 35 Jahre oder länger in die Rentenklasse eingezahlt haben und dennoch nur geringe Renten­ansprüche erworben haben. Die von der CDU durchgesetzte Einkommensprüfung gewähr­leistet, dass dabei die Leistungsgerechtigkeit gewahrt bleibt. Wichtige für uns ist auch, dass die Einführung der Grundrente nicht zum Anlass für eine Anhe­bung des Renten­versicherungsbeitrags genommen wird. Die Grundrente als Sozial­leistung muss aus Steuermitteln nicht aus Versicherungsbeiträgen finanziert wer­den.“

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