Am 6. und 7.April traf sich der Bundesvorstand der CDA/CGB-Arbeitsgemeinschaft zu einer turnusmäßigen Sitzung in Saarbrücken. Auf dem Programm stand u.a. ein Gespräch mit dem neuen Vorsitzenden der CDU- Landtagsfraktion Alexander Funk.

Funk, der den Fraktionsvorsitz erst am 5.3.18 von Tobias Hans übernommen hat, der in Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer zum saarländischen Ministerpräsidenten gewählt wurde, informierte die Unionsgewerkschafter über die Wirtschafts- und Arbeitsmarktenwicklung des kleinsten Flächenlandes und die Arbeit der CDU-Landtagsfraktion. Als vormaliger arbeitsmarktpolitischer Sprecher seiner Fraktion zeigte sich Funk dabei offen für gewerkschaftliche Anliegen.

Peter Rudolph, stellvertretender Bundesvorsitzender der CDA/CGB-AG und Pressesprecher des CDA-Landesverbandes Bremen, verwies im Gespräch mit Funk auf die Bedeutung der Automobil- und Stahlindustrie für Bremen und das Saarland. Wenn sich der US-Markt mit Strafzöllen gegen Stahlimporte aus China abschotte, so Rudolph, habe dies nicht nur Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft. Es müsse vielmehr damit gerechnet werden, dass sich China verstärkt um neue Absatzmärkte für seinen Stahl bemühen werde und es zu einem ruinösen Preiswettbewerb auf dem Weltmarkt komme, von dem auch die EU und ihre deutsche Stahlindustrie nicht verschont bliebe.

Besorgnis bekundete Rudolph gegenüber Funk auch im Hinblick auf die Zukunft der Automobilindustrie, von der in Deutschland direkt oder indirekt jeder siebte Arbeitsplatz abhängt. Wenn öffentlich über ein Verbot von Verbrennungsmotoren in Deutschland diskutiert werde, bringe man eine ganze Branche in Misskredit und gefährde tausende von Arbeitsplätzen. Deutschland sei das Land, das wie kein anderes die Entwicklung und Produktion von Verbrennungsmotoren dominiert hat, laufe Gefahr, seinen technologischen Vorsprung leichtfertig und ohne Alternativen aufs Spiel zu setzen. Der Verbrennungsmotor werde in der Öffentlichkeit zu Unrecht verteufelt. Auch der Diesel biete technologisch noch viel Entwicklungspotential und sei aus wirtschaftlichen Gründen gerade im Fernverkehr weiterhin unverzichtbar. Bisher gebe es keine Technologie, die den Verbrennungsmotor auf absehbare Zeit völlig ersetzen könne. Notwendig sei ein Mix von Antriebsformen statt die einseitige Fokussierung auf die Entwicklung von Elektrofahrzeugen.

Auch Funk zeigte sich überzeugt, dass Verbrennungsmotoren in Deutschland weiterhin Zukunft haben.

Der Bundesvorstand der CDA/CGB-AG nutzte seinen Aufenthalt in Saarbrücken weiterhin zu einem Besuch der Arbeitskammer, wo er sich von der Geschäftsführerin und CDA-Kollegin Beatrice Zeiger über die Aufgaben und Arbeit der Kammer informieren ließ. Erfreut nahm Zeiger zur Kenntnis, dass die CDA/CGB-AG für die Einrichtung von Arbeitnehmerkammern in allen Bundesländern eintritt und nicht die Befürchtung des DGB teilt, dass die Einrichtung von Arbeitnehmerkammern zu Lasten des gewerkschaftlichen Organisationsgrades ginge.

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