Weil Andreas Bovenschulte, nach SPD-Landesparteitagsbeschluss neuer Bür­germeister und Senatspräsident der Freien Hansestadt Bremen wer­den soll, muss seine Frau Ulrike Hiller ihren Stuhl in der Senatsrunde räu­men.

Die Partei, die sich Gendergerechtigkeit auf die Fahnen ge­schrieben hat, sich im „Vorwärts“ vom 17.12.2018 als „Partei der Frau­enrechte“ ti­tulierte und für Landesparlamente Paritätsgesetze fordert, er­wartet von ei­ner Staatsrätin im Kabinettsrang, dass sie ihren Posten als Bremens Be­vollmächtigte beim Bund, für Europa und Entwicklungszu­sammenarbeit aufgibt, damit ihr Mann, der gerade erst zum SPD-Frakti­onsvorsitzenden gewählt wurde, eine weitere Stufe auf der Karriereleiter erklimmen kann. Männerkarriere hat offensichtlich auch in der SPD wei­ter Vorrang vor Frauenkarriere – alte Rollenklischees lassen sich halt ge­nerell nur schwer ausrot­ten.

Dabei hatte sich die Bremer SPD gerade erst im Januar anlässlich der alljährlichen Bremer Eiswett-Gala einmal mehr versucht, als Gender-Par­tei und Grals­hüterin der Gleichberechtigung zu profilieren und den priva­ten Eis­wett-Verein von 1829 öffentlich dafür verdammt, dass dieser für den verhin­derten Bürgermeister Carsten Sieling nicht dessen Stellvertre­terin Karoline Linnert, sondern den Bremer­havener Bürgermeister Melf Grantz eingeladen hatte – wohlwissend, dass es sich beim Stiftungsfest der Eiswette um eine reine Männer-Veran­staltung handelt, bei der Frau­en traditionell nicht zugelassen sind.

CDA-Sprecher Peter Rudolph: „Man kann darüber streiten, ob es noch zeitgemäß ist, Frauen generell von der Teilnahme an einer Veranstaltung auszuschließen, auch wenn diese privater Natur ist. Dass jedoch eine Frau zwangsweise ihre Karriere aufgeben muss, damit ihr Mann Karriere machen kann, ist in jedem Fall nicht mehr zeitgemäß.“

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