Am 23.07.2019 hatte die CDA in einer Pressemitteilung ihre Besorgnis über die Si­cherheit der Ar­beitsplätze bei der Weser-Kurier-Mediengruppe geäußert. Anlass war der von MEEDIA vermeldete anhaltende Auflagenschwund der Bremer Mono­polzeitung sowie die überaltete Hausdruckerei, durch die der Verlag mit überhöh­ten Produktionskosten zu kämpfen hat. Jetzt erreichte uns die Nachricht, dass der Chefredakteur das Handtuch schmeißt.

Die CDA hatte in ihrer Pressemitteilung, über die die taz groß berichtet hat, darauf hingewiesen, dass Moritz Döbler trotz seiner Doppelrolle als Chefredakteur und Vorstand es nicht nur nicht vermocht hat, den Auflagenrück­gang des Weser-Kurier zu stoppen, son­dern darüber hinaus mit seinem crossme­dialen Projekt „Mein Werder“, das mit der größten Fußball-Experten-Redaktion in Deutschland den Weser-Kurier ins digitale Zeitalter katapultieren sollte, grandi­os gescheitert ist und einen Millionenbetrag in den Sand gesetzt hat.

Jetzt nun die Meldung, das Döbler offensichtlich die Konse­quenten zieht, die Weser-Kurier Mediengruppe verlässt und sich ins Rheinland absetzt, wo er bereits bei der Rheinischen Post ein neues Betätigungsfeld gefunden haben soll. Es stellt sich die Frage, ob der Rheinischen Post verborgen geblieben ist, welchen Scher­benhaufen Herr Döbler in Bremen hinterlässt.

Wie zeitgleich mit mit der Meldung über Döblers Abgang bekannt wurde, wird im Gefolge von Döbler auch der stellver­tretender Chefre­dakteur und Lokal­chef Marcel Auermann, den Weser-Kurier-Le­sern hauptsächlich als Restaurantkriti­ker aufgefallen, die Weser-Medien-Gruppe verlassen.

Wie geht es jetzt weiter, will die CDA wissen. Die Unsicherheit unter den Beschäf­tigten ist groß. In seiner kurzen Amtszeit als Chefredakteur hatte Döbler den We­ser-Kurier und dessen Redaktion grundlegend umgekrempelt, konnte jedoch mit Dossi­ers, erweiterter Hintergrundberichterstattung und stark bebilderten Themen­seiten die zunehmende Abwendung der Abonnenten von "ihrer" Tages­zeitung nicht stoppen.

Was kommt jetzt? Eine Rolle rückwärts? Müssen erneut Blattmacher um ihren Ar­beitsplatz fürchten?

Die CDA erwartet, dass der Abgang von Moritz Döbler von den untereinander zer­strittenen Eigentü­mern des Weser-Kurier nicht zu einem neuen Machtkampf um die Führung der Mediengruppe miss­braucht wird. Die Vorstandsposition und der Chefredakteursposten müssen schnellstmöglich wieder besetzt werden. Darüber hinaus erwartet die CDA, dass sich die Inhaberfamilien endlich auch ent­scheiden, wie es mit der Druckerei weitergehen soll. Wird der Verlag am Modell der Haus­drucker festhalten oder müssen sich die Beschäftigten der Druckerei wie auch die Leser darauf einstellen, dass der Druck von Weser-Kurier und Bremer Nachrichten zukünftig extern erfolgt ?

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